Zeitanker Daueranker Injektionstechnik Kleinverpresspfähle

St. Katharinenkirche, Hamburg

Baustelle St. Katharinenkirche, Hamburg

Der im Jahre 1250 begonnene Bau der St. Katharinen Kirche wird seit längerem saniert. Im Zuge der Innenraumsanierung soll, nachdem der Fußboden aufwendig abgetragen worden ist, der vorhandene Keller erweitert und eine neue Chorempore errichtet werden. Die neue Chorempore besteht zukünftig aus Stahl, Holz und Glas und wird unterhalb der restaurierten Barockorgel wie ein großer Tisch in den vorderen Teil der Kirche gesetzt. Mit der neuen Empore wird somit ein eindrucksvoller Kontrast zum historischen Kirchenbauwerk gesetzt.

Folgende Arbeiten wurden ausgeführt:

  • 18 Mikropfähle GEWI Ø 63,5 mm, l =  17,0 m, Nd ? 365 kN
  • 26 Trägerbohrungen, l = 3,50 m

Da die Arbeiten in einem historischen Gebäude durchgeführt wurden,  war der Geräteeinsatz ohne Abgasentwicklung im Inneren der Kirche abzuwickeln. Deshalb war es erforderlich die Bohrgeräte für die Herstellung der Trägerbohrungen und der Mikropfähle mit entsprechend langen Hydraulikschläuchen auszurüsten und den Motor zum Betrieb der Geräte außerhalb der Kirche aufzustellen. Da zum Zeitpunkt der Bauausführung archäologischen Grabungen stattfanden, durfte der umliegende Baugrund so wenig wie möglich verunreinigt werden, um die Grabungen nicht zu behindern bzw. mögliche Funde zu zerstören.

Der Baugrund stellt sich gerade im oberen Bereich sehr schwierig dar, da hier Auffüllungen anstehen die sehr stark mit Bauschutt durchsetzt sind. Im Weiteren folgen die typischen Hamburger Bodenverhältnisse mit Weichschichten aus Klei und Torf, sowie als tragfähiger Baugrund mitteldicht bis dicht gelagerte Sande.

Die Chorempore und die Chororgel wurden mit Mikropfählen in den anstehenden Sanden tief gegründet.

Die Baugrube für den Bau der Kellererweiterung wurde mit einer Trägerbohlwand ausgeführt. Hierfür wurden die Träger in verrohrte Kleinbohrungen d = 30 cm eingestellt. Die Trägerbohrungen durften nicht mit Spülhilfe ausgeführt werden, sodass der Boden mit Schnecken aus den Rohren gefördert werden musste. Aufgrund der einbaubaren, geringen Trägerabmessungen und –längen bzw. der erforderlichen Aushubtiefen von 2,8 m, musste der Verbau mit einer Aussteifung ausgeführt werden, um die Erddrucklasten aufzunehmen.

Die Arbeiten wurden im November abgeschlossen.