Zeitanker - Daueranker- Injektionstechnik - Kleinverpresspfähle
 

Verpressanker

DIN 4125

LITZENANKER

EINSTABANKER

Temporäre Verpressanker:

  • Litzenanker
  • Einstabanker
  • Felsnägel
  • Auftriebsanker
  • Ischebeck-System

Permanente Verpressanker:

  • Litzenanker
  • Einstabanker mit doppeltem Korrosionschutz
  • Ischebeck-System

Allgemein

Verpressanker finden im heutigen Grundbau in vielfacher Weise Anwendung wie z. B. zur Rückverankerung von Baugrubenverbauen, zur Auftriebssicherung von Bauwerken, zur Böschungssicherung, zur Sicherung und zum Ausbau von Felshohlräumen. Verpressanker kommen überall dort zum Einsatz, wo Zugkräfte in den Baugrund abgetragen werden sollen.

Verpressanker bestehen aus Stahlzuggliedern (Einzelstäbe oder Litzen), die in Bohrlöcher von 89 bis 178 mm eingebaut und in einem am erdseitigen Ende durch Einpressen von Zementmörtel hergestellten Verpresskörper befestigt werden. Die Kräfte aus dem Bauwerk werden über den Ankerkopf in das Stahlzugglied und von dort über den Verpresskörper in den Baugrund eingeleitet. Die Länge des Verpresskörpers ist abhängig von den Baugrundverhältnissen und der einzuleitenden Ankerkraft. Die Ankerlänge errechnet sich aus dem Nachweis der tiefen Gleitfuge.

Die Bemessung, Ausführung und Prüfung von Verpressankern ist in DIN 4125 geregelt. Je nach Einsatzdauer unterscheiden sich Kurzzeitanker und Daueranker. Kurzzeitanker (Temporäranker) werden bei einer Standzeit von bis zu 2 Jahren eingesetzt. Sie werden als Einstabanker mit dem Durchmesser 26,5 mm, 32 mm und 36 mm bzw. als Litzenanker mit 2 bis 12 Stab-Litzen mit einem Durchmesser von 0,6 " ausgeführt. Bei längeren Standzeiten werden Daueranker - Einstabanker vom Durchmesser 26,5 mm, 32 mm, 36 mm bis 63,5 mm - mit Korrosionsschutz verwendet.

Herstellung

Die Bohrungen werden in der Regel verrohrt - bei standfesten Böden auch teil- bzw. unverrohrt - hergestellt. Je nach Baugrundverhältnissen werden sie als Dreh-, Drehschlag- oder Schlagbohrung mit oder ohne Spülung (Luft, Wasser oder Suspension) niedergebracht.

Für locker gelagerte Böden eignen sich besonders Rammbohrungen, beim Einschlagen der Rohre wird der Boden seitlich verdrängt.

Schneckenbohrungen kommen nur bei ausreichend standfestem Boden zum Einsatz, ggf. kann auch mit einer Hohlbohrschnecke und Suspensionsstützung gearbeitet werden.

Am vielfältigsten einsetzbar ist das Überlagerungsbohrverfahren mit rechtsdrehendem äußeren Bohrrohr und linksdrehendem Innengestänge bzw. bei großen Bohrtiefen mit Imlochhammer. Das Bohrgut wird durch Luft- und Wasserspülung im Ringraum zwischen Innengestänge und Außenrohr gefördert. Dieses Verfahren weist eine große Zielgenauigkeit auf und eignet sich für Hindernis- und Felsbohrungen.

Die fertig abgeteufte Bohrung wird von unten nach oben mit Zementmörtel verfüllt und das vorbereitete Ankerzugglied eingebaut. Gleichzeitig mit dem Ziehen der Außenrohre wird die Krafteintragungsstrecke über das Gestänge oder eine Verpresskappe verpresst. Erforderliche Nachverpressungen zur Erhöhung der Tragfähigkeit werden am gleichen oder am nächsten Tag durchgeführt.

5 bis 7 Tage nach dem Verpressen werden die Anker gemäß den Vorschriften der DIN 4125 gespannt. Nach erfolgreicher Abnahmeprüfung wird der Anker auf die erforderliche Ankerlast festgelegt.